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Der Grosse Brockhaus 15. Auflage (1928-1935 / 1939)

Die fünfzehnte Auflage war das erste Brockhaus-Lexikon mit der Bezeichnung "Der Große Brockhaus"; genauer Titel "Der Große Brockhaus. Handbuch des Wissens in 20 Bänden". Diese Auflage ist - ähnlich der 6. Auflage des Meyers-Lexikons - ein wichtiges Standardwerk.
Ursprünglich sollte diese Auflage bereits 1912 erscheinen; dieses Vorhaben wurde jedoch durch den ersten Weltkrieg verhindert. 1925 wurde mit den Vorarbeiten begonnen; die Bücher erschienen ab 1928 unter wachsenden Schwierigkeiten mit den neuen nationalsozialistischen Machthabern. "Wohltuend objektiv erscheint [...] die 15. Auflage des Großen Brockhaus von 1928 bis 1935, die auch in den Schlußbänden [...] im Text bis zur Grenze des damals Möglichen sachlich blieb." (Peche, 106). Dies gelang dem nur kurze Zeit später erschienenen Konkurrenzwerk von Meyer nicht; siehe Meyers Lexikon 8.Auflage. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde diese objektive Berichterstattung der 15. Auflage auch von den Siegermächten anerkannt. 

Die fünfzehnte Auflage war in zwei Ausführungen erhältlich:

schwarze Halbleder-Prachtausgabe (blaue Buchdeckel & Kopfgoldschnitt, Bilder 3-5 & 12)

grüne Leinenausgabe (beigefarbene Deckel, Abbildungen 2+11)

Das Hauptwerk in 20 Bänden umfaßt etwa 200.000 Stichworte (zum Vergleich: die vorhergehende 14. Auflage lediglich 100.000), 16.000 Seiten, 40.000 Abbildungen im Text auf 2.400 Tafeln & als Einklebebilder in ein- oder mehrfarbigem Tiefdruck, Vierfarb-Buchdruck und Sechsfarb-Offsetdruck.

Das Einkleben der Farb-Bildchen (siehe Bilder 7+8) war für ein Lexikon in so hoher Auflage ein erstaunlich großer Aufwand. Alle Tafeln & Karten waren neu, auch Textmaterial aus der 14. Auflage wurde kaum übernommen. Die Aussprachebezeichungen wurden modernisiert, Tonpunkte unter den Buchstaben kennzeichnen den Vokal. Die Redaktion legte zudem auf eine einfache, klare Sprache (möglichst wenige Fremdwörter) großen Wert.
Das Lexikon war ein großer Erfolg, der erste Band mußte schon bald zweimal nachgedruckt werden. Zuerst waren 700, später sogar 1.000 Autoren für das Lexikon tätig (Peche, 105).

Speziell die 14. & 15. Auflage waren dafür verantwortlich, daß „Der Brockhaus“ in Deutschland zum führenden Lexikon & für viele Benutzer bis heute zum Synonym für ein Nachschlagewerk geworden ist.

1935 wurde noch ein Ergänzungsband (Band 21) veröffentlicht. Mit rund 9.000 Stichworten, 1.460 Abbildungen, Karten & Plänen im Text und auf 112 bunten und einfarbigen Tafel- und Kartenseiten. Ein zunächst für 1939 angekündigter zweiter Ergänzungsband erschien nicht mehr.

1937 gab der Verlag noch einen - selten erhältlichen - Atlasband ("Die Welt in Bild und Karte") zu dieser Ausgabe heraus. Mit 670 Erdkunde-, Geschichts- & Sonderkarten, 840 Bilder sowie 176 Seiten Namensverzeichnis (s. Abbildungen 11-17). Dieser ist bis auf Titelblatt & Einband inhaltsgleich mit dem Atlas zum vierbändigen Neuen Brockhaus.

Eine "Zweite, völlig neubearbeitete Ausgabe in zwanzig Bänden und einem Atlas" wurde 1939 begonnen (s. Bilder 18ff.). Bereits 1940, noch vor Erscheinen des zweiten Bandes, wurde der Druck dieser Ausgabe abgebrochen, so daß letztlich nur der erste Band (A-AST) in 1939 veröffentlicht wurde. Der sehr selten erhältliche Band ist fadengebunden, wurde mit schlichteren Rückengoldprägungen (kaum verzierende Linienelemente) versehen & auf holzhaltigem Papier gedruckt. Ebenfalls in zwei Einbänden veröffentlicht: Als Halblederausgabe (schwarzer Rücken & Deckel dunkelblaue Leinwand) sowie in grüner Ganzleinenausgabe. War es der Brockhaus-Redaktion in der Erstausgabe noch gelungen, sich weitestgehend von nationalsozialistischen Indoktrinationen freizuhalten, so spiegelt sich bei dieser überarbeiteten Neuausgabe der 15. Auflage (welche als „großdeutsche Ausgabe“ angekündigt wurde), der nationalsozialistische Geist & Sprachgebrauch deutlich wider (u.a. Stichwörter wie Arier, Arierparagraph, Antisemitismus).


  Brockhaus 14. Auflage (1892) Brockhaus 16. Auflage (1952)